Mittwoch, 07/06 - 20:00 Uhr

TanzArt

Fünf Tanzkompanien präsentieren verschiedene Werke des zeitgenössischen Tanzes und des modernen Tanz-theaters. Mit der Tanzcompagnie Gießen, Tanz Bielefeld, dem Ballett Pforzheim, der Compagnie Irene K. und der Compagnie Francesca Selva.

Tanzart ist ein internationales Projekt, das sich ausschließlich der Sparte „Zeitgenössischer Tanz” widmet und auf der Basis des wechselseitigen künstlerischen Austausches von ost- und westeuropäischen Tanzensembles durchgeführt wird. Im Vordergrund steht dabei, die zeitgenössische Tanzsprache und das Tanztheater choreographisch weiter zu entwickeln und innovative künstlerische Arbeiten zu ermöglichen.

Tarek Assam, Ballettdirektor der Tanzcompagnie Gießen, löst in dem Ausschnitt der Produktion „Gravitas“ (6 Minuten) aktive Körper aus den Grenzen ihrer festen Bahn. Auf der Erde bewirkt Schwerkraft, dass Körper von oben nach unten fallen, im Sonnensystem bestimmt sie Umlaufbahnen von Planeten, Kometen, Satelliten und Monden. Sie garantiert die Stabilität des gesamten Universums. Was passiert, wenn dieses Prinzip aufgehoben wird? Tanz: Lorenzo Rispolano / Marcel Casablanca Martínez. Bei der Premiere des Stücks „Five Tone“ (9 Minuten) wird Kraft von sogenannten Gravitationswellen übertragen. Schall ist eine als Welle fortschreitende mechanische Deformation in einem Medium. Tanz: Maria Adriana Dornio, Magdalena Stoyanova, Clara Thierry, Marcel Casablanca Martínez, Sven Krautwurst.

Das Ballett Pforzheim spielt unter der Regie von Guido Markowitz „Der Kuss“ (10 Minuten). Der österreichische Maler Gustav Klimt prägte den Wiener Jugendstil wie kein Zweiter. Viele seiner Gemälde sind sinnliche Farbsinfonien in Gold. In seinem Bild „Der Kuss“ stehen zwei Liebende an einem Abgrund, ineinander versunken und scheinbar von Raum und Zeit entrückt. Wie dieses Bild zeigen alle seine Gemälde lediglich Momentaufnahmen. Immer stellt sich die Frage, wie sind die abgebildeten Figuren in diese Situation gekommen und was wird anschließend mit ihnen geschehen? Diesen Fragen will Guido Markowitz nachspüren und die Ab- und Hintergründe der goldenen Fassade dieser Bilder entdecken. Als Grundlage dient die postromantische Musik von Sven Helbig gepaart mit zeitgenössischen Werken.

Tanz Bielefeld nimmt sich in ihrem 15-minütigen Stück „Romeo und Julia“ des wohl bekanntesten Liebespaares der Welt an. William Shakespeares Tragödie inspirierte seit jeher die unterschiedlichsten Künste. Chefchoreograf Simone Sandroni spürt tänzerisch der schicksalhaften Liebes- und Lebensgeschichte nach. Er entwickelt dabei seine eigene choreografische Ausdrucksweise für die Figuren, fernab von klassischen Ballettvorlagen. Sandroni eröffnet neue Perspektiven auf den historischen Stoff und überführt damit die Geschichte ins 21. Jahrhundert. Mit Feingefühl für die fragile Liebesbeziehung, mit starker physischer Präsenz für die Anfeindungen der Familien und mit Bewegungen des zeitgenössischen Tanzes wird das Drama choreografisch umgesetzt. Tanz: Jacob Gómez Ruiz, Noriko Nishidate, Johanna Wernmo.

Die Compagnie Francesca Selva aus Italien spielt das Stück “Oppio” (20-25 Minuten). Mohn ist die Pflanze der Göttin Demeter. Nur durch das Trinken des Pflanzensaftes, konnte die Göttin den herzzerreißenden Verlust ihrer Tochter verkraften. Wie sie wird der Tänzer in “Oppio” von qualvollen Schmerzen gepeinigt. Die Suche nach einem Ausweg scheitert, es gibt kein Entrinnen. Das Opium, das die Seele leicht wie eine Feder einhüllt, ist eine Täuschung, denn beim Aufwachen kehrt man wieder in den Käfig der Realität zurück. Tanz: Silvia Bastianelli.

Die Choreografie „Mains d’or“ (20 Minuten) der Eupener Compagnie Irene K. entstand im Sommer 2016 im Rahmen der Trilogie „Kunst und Metall“, einem interdisziplinären Projekt der Provinz Lüttich. Das Stück ist inspiriert von Marie-Eve Maréchals Text « Surchauffe » (Überhitzung). In Erinnerung an Nonno, den Großvater, der als Gastarbeiter aus Italien kam, um in der Lütticher Stahlindustrie zu arbeiten. „…Atme, meine Geliebte, atme! Die Gefahr liegt in der Höhe wie die Höhe in der Gefahr. Dein Atem stockt, meine Geliebte. Atme und lasse deinen Blick schweifen. … Nonno, rasselnder Atem, auf der Brust ein Brandmal, in der Nase der säuerliche Geruch von Stahl.” Tanz : Andrea Gallo-Rosso, Anaïs Van Eycken.

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