15/01 2023
11:00 Uhr

Matineekonzert | Leléka

Leléka ist ein junges multikulturelles Berliner Quartett um die ukrainische Sängerin Viktoria. Die von dynamisch groovenden Passagen bis zu zarten Folk-Balladentönen reichende Klangwelt der Band findet den passenden Rahmen in einer durchaus zeitgemäßen Jazzsprache. Kaffee und Croissants sind im Eintrittspreis inbegriffen.

Es war ein besonderer Moment. Burghausen im März 2018, Wackerhalle, LELÉKA betraten die Bühne. Am Vorabend war die Band zum Sieger des Internationalen Nachwuchs-Jazzwettbewerbs gekürt worden. Nun konnte sie beweisen, dass die Musiker über das Feuerwerk eines Kurzkonzertes hinaus in der Lage waren, in einer großen Halle ein Publikum zu bezaubern, das sie noch nicht kannte. Es wurde ein Triumph. Denn Viktoria Leléka und ihren drei Mitstreitern gelang es, die Menschen zu beglücken, mit Liedern, die ihre Gegenwart im Jazz der Moderne hatten, ihre Wurzeln aber in der Volksmusik der Ukraine. Bald folgten weitere Wettbewerbe, weitere Erfolge, und so wurde klar, dass die Band, die sich 2016 in Berlin zusammengefunden und bereits beim 6. Global Music Contest creole 2017 in Berlin als Sieger geglänzt hatte, einen Platz in der europäischen Jazzszene für sich beansprucht.

Wobei Jazz die Idee nur teilweise trifft, die hinter der Musik steht. Er ist die gestalterische Basis, rhythmisch und formal auf der Grundlage improvisierender Freiheit. Harmonisch jedoch finden sich kammerjazzige und folklorehafte Elemente. Melodisch, in der Artikulation und Phrasierung folgt Viktoria Leléka klar und markant volksmusikhaften Vorbildern ihrer ukrainischen Heimat. Für sie ist es das Zentrum der Musik und das macht auch deren Strahlkraft aus. Denn es geht nicht um eine Färbung, sondern um eine Verbindung der Traditionen, bis hinein in die Feinheiten der Emotion, die ihre Stimme auch über die Sprache hinaus vermittelt. Von Anfang an haben ihr der Bassist Thomas Kolarczyk und der Schlagzeuger Jakob Hegner bei den Umsetzung des Konzepts geholfen, seit 2019 gehört außerdem der Pianist Povel Widestrand zum Team von LELÉKA (was auf Deutsch übrigens „Storch“ bedeutet, ein ukrainisches Symbol für Frühling, Glück).

„Und da unsere bisherigen Aufnahmen eigentlich eher EPs waren als wirkliche Alben“, erzählt Viktoria Leléka über die Entstehungsgeschichte von „Sonce u Serci“ (dt. „Sonne im Herzen“), „einschließlich des manchmal auch sehr improvisierten Resultats, wollten wir diesmal alles richtig machen. Ich habe viele Arrangements geschrieben, wir haben viel geprobt. So konnten Stücke entstehen, die weiter in die Zukunft reichen“. Manche handeln von Glück und Liebe, viele greifen direkt auf volksmusikalische Vorlagen zurück oder adaptieren deren Esprit. Aktuelle Themen von der Sorge um die Natur bis zum Mahnmal menschlicher Selbstüberschätzung Tschornobyl gehören auch zum Repertoire. Im Kern aber geht es um Zuversicht, musikalisch, atmosphärisch, vermittelt durch die Kraft der Melodien und der Persönlichkeiten, die sich ihnen widmen. Damit empfiehlt sich LELÉKA als Band mit einem Klangkulturen übergreifenden Gespür für die Zwischentöne des Alltäglichen.

Pressestimmen:

“Die Frau ist wirklich ein Phänomen.“
JazzThing

„Eine Stimme mit Aura und einem hellen, weichen Klang voll fesselnd natürlicher Kraft. Ganz archaische und starke menschliche Botschaften hatte das Konzert dieser Band zu bieten – und nach dem Antikriegsstück verharrt das Publikum 20 Sekunden in atemloser Stille. Wenn Musik das schafft, noch dazu in einem Saal für über 1.000 Zuhörer, wie der Wackerhalle in Burghausen, dann hat das seine Gründe.“
BR Klassik

„Musik, die berührt und unter die Haut geht; Musik, die die gesamte Bandbreite, von der gelösten Freude bis zur andächtigen Stille und Nachdenklichkeit, ausreizt und aushält; Musik, die Tradition und Moderne zusammenbringt.“
Oberbayerisches Volksblatt

„Gewonnen hat schließlich das Berliner Quartett Leléka der Sängerin Viktoria Leléka, das alte Volkslieder aus ihrem Heimatland Ukraine auf verblüffend schlüssige und frische Art in einen breit aufgestellten Jazz überführt, ohne die Dramatik des Ausgangsmaterials zu verlieren. Hier machten vier Hochtalentierte Musik, die ihnen erkennbar viel bedeutet.“
Süddeutsche Zeitung

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