22/03 2016
19:30 Uhr

Phénoménal Woman asbl: Johannes-Passion nach Johann Sebastian Bach

Die Johannes-Passion nach Johann Sebastian Bach, wie Sie sie noch nie zuvor gehört haben! Nah an der zweiten Fassung von 1725, werden Sie ein Meisterwerk erleben, ein musikalisches Drama, mit sechs professionellen Sängern; einschließlich des international bekannten Bass-Bariton Nico Wouterse. Basierend auf Piano- & Orgelbegleitung wird die Partition des Chores durch ein Quartett von jungen europäischen Talenten gesungen.

Die Johannes-Passion (Passio Secundum Johannem, BWV 245) ist neben der Matthäus-Passion (BWV 244) die einzige vollständig erhaltene authentische Passion von Johann Sebastian Bach. Sie ergänzt den Evangelienbericht nach Johannes von der Gefangennahme und Kreuzigung Jesu Christi durch Choräle und frei hinzugedichtete Texte und gestaltet ihn musikalisch in einer Besetzung für vierstimmigen Chor, Gesangssolisten und Orchester.

Das etwa zwei Stunden dauernde Werk wird heute meist als Konzertmusik aufgeführt, hat seinen ursprünglichen Platz jedoch im Gottesdienst und wurde am Karfreitag, den 7. April 1724, in der Leipziger Nikolaikirche uraufgeführt. Die Johannes-Passion ist die früheste der heute bekannten Passionsmusiken Bachs. Da im Nekrolog des Komponisten von insgesamt fünf Passionen die Rede ist, von denen außer der Johannes-Passion jedoch nur die Matthäus-Passion erhalten und die Markus-Passion als verschollen gilt,  ist es möglich, dass Bach bei Teilen der Johannes-Passion auf ein früheres Werk zurückgegriffen hat, das ein Biograph des 19. Jahrhunderts auf 1717 datiert, über das jedoch keine sichere Aussage möglich ist.

Von der Karfreitag 1724 uraufgeführten ersten Fassung des Werks sind lediglich Einzelstimmen erhalten, die jedoch große Ähnlichkeit mit der heute verbreiteten Fassung aufweisen. Wesentliche Unterschiede sind eine einfachere Satzweise, eine kürzere Fassung von Satz 33, der vom Zerreißen des Vorhangs im Tempel berichtet, und vermutlich noch fehlende Stimmen für Querflöte. Ein großer Teil der für die zweite Aufführung 1725 vorgenommenen Änderungen wird heute darauf zurückgeführt, dass Bach nicht in zwei aufeinander folgenden Jahren dieselbe Fassung aufführen wollte, zumal er die meisten Veränderungen später wieder rückgängig machte.

Er ersetzte den Anfangs- und Schlusschor durch zwei Choralbearbeitungen, „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ und „Christe, du Lamm Gottes“, tauschte eine Reihe von Rezitativen und Arien aus und schuf Satz 33 in seiner heute bekannten Form. Es ist vermutet worden, dass ein Teil der eingefügten Sätze aus einem bereits in Weimar entstandenen Werk stammen und dass Bach die Passion durch die Veränderungen besser in die Reihe der Choralkantaten einpassen sollte, die er im Jahrgang 1724/25 systematisch schrieb.  Beide Vermutungen gelten als plausibel, sind aber nicht zweifelsfrei nachweisbar.