01/05 2021
15:00 Uhr
Chudoscnik Sunergia präsentiert

Stillstanding for Culture: Stilles Lesen, lauter Gedanken

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Zahlreiche belgische Kulturveranstalter laden in den nächsten Tagen zur Begegnung und zur Dikussion mit dem Publikum ein. Nach sechs Monaten Schließung kultureller Einrichtungen ist der Tag der Arbeit 2021 von besonderer Bedeutung. Chudoscnik Sunergia bietet deshalb am 1. Mai Raum für Austausch und Ausdruck im Hof des Alten Schlachthofs: Ein stilles Lesen, lauter Gedanken. Diese Aktion findet im Rahmen von „Stillstanding for Culture“ und unter Einhaltung aktueller Hygieneregeln statt. Es handelt sich dabei in erster Linie um eine Kundgebung und nicht um eine Veranstaltung.

Stilles Lesen, lauter Gedanken – auf zwei Meter Abstand werden am 1. Mai auf dem Außengelände des Alten Schlachthofs zahlreiche Stühle still stehen. Der Kulturveranstalter Chudoscnik Sunergia lädt Bürger, Besucher, Künstler und Mitglieder ein, Platz zu nehmen und an einer Lesung teilzunehmen. Eine Lesung? Eine Kakophonie? Ein Stimmungsbarometer? Das Endprodukt entscheidet sich schlussendlich im Moment selbst. Jeder Teilnehmer ist dazu eingeladen, sein Lieblingsbuch aus Corona-Zeiten, seinen selbstgeschriebenen Text, sein Musikinstrument, … mitzubringen. Unter Anleitung wird zuerst geschwiegen, dann leise gesprochen und dann kann es laute Worte und Töne geben. Bis zu 50 Personen können auf Anmeldung und unter Einhaltung der Hygieneregeln an dieser Kundgebung teilnehmen.

Chudoscnik Sunergia möchte mit dieser Aktion den Künstlern und dem Publikum zur Seite stehen und noch mal daran erinnern, dass es trotz Pandemie möglich ist, in einem sicheren Rahmen zu veranstalten. Der Wiedereröffnung der Kulturstätten ist noch immer mit vielen Fragezeichen und Planungsunsicherheiten verbunden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Kultur in der Prioritätenliste soweit unten steht, wobei genügend Studien und Erfahrungswerte vorweisen, dass das Infektionsrisiko bei Kulturveranstaltungen verhältnismäßig niedrig ist. Ganz allgemein ist es an der Zeit, aus der destruktiven Logik herauszukommen, die sinnstiftende Aktivitäten, Diskussionen und soziale Beziehungen opfert und sie in den letzten Rang stellt. Alle menschlichen Aktivitäten müssen in einem gesunden Verhältnis wieder aufgenommen werden können. Dieses Thema soll auch mehr Sichtbarkeit in Ostbelgien bekommen.