Vernissage

Romain Van Wissen & Raphael Demarteau

  • Malerei
Ausstellung Romain Van Wissen Ping
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Freier Eintritt

Vom 12. Oktober bis zum 03. November stellen die beiden in Baelen lebenden Künstler Romain Van Wissen & Raphael Demarteau im Alten Schlachthof aus. Was die beiden gemeinsam haben, ist das Interesse für Räume, sei es das Spiel mit außen und innen, verlassener Architektur, gefundenen Raumobjekten, Rückständen von etwas Gelebtem und Verlassenem. Beiden Künstlern gelingt es, das Vergangene in ihren Werken lebendig werden zu lassen, als wäre es gerade erst vorübergegangen und hätte seine Spuren hinterlassen. Die Räume wirken wie Kulissen, die Stimmung ist filmisch und rätselhaft.

Die Neugierde und Faszination ist immer eine Ausgangsmotivation, die mit Recherche, einer wissenschaftlichen Arbeitsweise und dem Verstehen der Hintergründe einhergeht und immer zum Ziel hat, in das Bildinnere einzutauchen. Es sind Stimmungen, Momente eines Ortes, die eingefangen werden und wie Fundstücke in einen neuen Kontext gebracht werden, mitgenommen und mit Aufmerksamkeit gefüllt werden. Ob zeichnerisch fragil, oder malerisch suchend, fragmentarisch und collagenhaft zusammengesetzt, sie werden wieder zu Leben erweckt und nach subjektivem Empfinden nacherzählt.

Während Raphael Demarteu den „natürlichen Bildausschnitt“ von verlassenen Räumen einfängt und die Überreste davon darstellt, übersetzt Romain Van Wissen architektonische Fundstücke, oft mit historischem Hintergrund, in eine gegensätzliche Realität. Dabei bedient er sich der Abstraktion als malerische Strategie.

Salon de coiffure

Salon de coiffure: Raphael Demarteau

Raphael Demarteau über „IN-side-OUT“

Die Idee reifte auf einer Reise vor mehreren Jahren. Ich beschließe, umzukehren, um den Moment festzuhalten, um eine Stimmung einzufangen, in die ich mich einzumischen beschlossen habe, um ein markantes Detail zu entdecken. Meine Nachforschungen gehen von Fotos aus, die aus dem Leben gegriffen sind, von intimen Momenten, die hier und anderswo festgehalten wurden. Als hätte das Leben dort plötzlich aufgehört, genau in diesem Moment und ohne dass es jemand bemerkt hätte.

Ich war schon oft von den Innenräumen von Wohnungen fasziniert oder zumindest von dem, was das Leben dort durchscheinen lässt: ein Loch in einem Blech, im Spalt einer offenen Tür, durch ein teilweise staubverwischtes Fenster. Der natürliche „Bildausschnitt“ bot mir fertige Kompositionen aus besetzten oder verlassenen Räumen. Manchmal auch das, was davon übrig geblieben ist, von Blechhütten über stillgelegte Fabriken bis hin zu einem Zelt mitten in einer Stadt.
Eine Reihe von Welten, die sich durch Malen nach Belieben verwandeln lassen. Für mich bedeutet diese Darstellung des „IN“ das Eintauchen in eine tiefe Intimität, wahrscheinlich die des Vorhers, des Währends und des Nachhers: sich ins Unbekannte wagen, um sich mehrere Versionen von harmlosen oder fehlenden Situationen aus verschiedenen Kulturen und Bräuchen vorzustellen und zu erschaffen.

117 X 160 cm

Romain van Wissen

Van Wissens Ausbildung ist vielfältig und dies ist in seinem Schaffen erkennbar. Durch das Erlernen der Druckgrafik setzt er gezielt und gekonnt verschiedene Materialien ein, die ihm als Überlagerung dienen. Hochkarätiger Einsatz von Farben, Formen und Materialien gewährleisten eine enorme Dichte in seinen Werken: das Fragile, Semitransparente, Bruchstückhafte und Hintergründige erkämpft sich ebenso den Raum wie das vordergründig Präsente und das kraftvoll Dominante. Die Kompositionen verleihen seiner Malerei auf sehr einzigartige Weise eine Komplexität. Romain Van Wissen setzt sich bewusst über die üblichen Klassifizierungen des Genres hinaus und hinweg. Seine Malerei verortet sich jenseits der Grenze, die Abstraktion von Figuration trennt. Sie liegt sogar jenseits eines sinnlichen oder geometrischen Ansatzes. Mit seinen starken abstrakten Setzungen, die es mit der visuellen Realität von heute aufnehmen können, setzt er auch ein Zeichen für die Malerei.

Miriam Elebe, Kunsthistorikerin.

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    Chudoscnik Sunergia

  • Öffnungszeiten der Ausstellung

    samstags und sonntags | 13:00-18:00

    Vernissage: Freitag, 11.10. | 19:00

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