Life on the boarder
25/10 - 27/10 2022
20:00 Uhr

weMind. Filmtage

Die Filme der weMind. Filmtage bilden Gesellschaftszustände und politische Realitäten ab, die selten ins öffentliche Wahrnehmungsfeld gerückt werden. Zu sehen sind neben dem iranischen Berlinalefilm "Ballade von der der weißen Kuh", der deutsch-ghanaische Spielfilm "BORGA" und "The other side of the river" der feministischen Regisseurin Antonia Kilian.
Eine gemeinsame Veranstaltung von Chudoscnik Sunergia, Miteinander Teilen und Info Integration des Belgischen Roten Kreuzes.

The other side of the river | Dienstag, 25.10. | 20:00 | mit Zuschauergespräch
NO WOMEN NO REVOLUTION

Foto credit Antonia Kilian/JIP)

Ein Dokumentarfilm von ANTONIA KILIAN
Deutschland, Finnland, 2021
Laufzeit: 92 Minuten,
Sprache: Arabisch, Kurdisch, Deutsch mit dt. Untertiteln
FSK: ab 12 J. Altersempfehlung: ab 16 J.
Tickets

Die 19-jährige Hala entkam einer arrangierten Ehe, indem sie den Euphrat überquerte, um bei einer kurdischen Frauenverteidigungseinheit ein neues Zuhause zu finden – eine Einheit, die darauf ihre Heimatstadt Minbij vom Islamischen Staat befreite. Für ihre Mitstreiterinnen ist der Feind nicht nur der IS, sondern das Patriarchat im Allgemeinen, mit der (Zwangs) Ehe als ultimativer Unterdrückungsinstitution.

Die jungen Frauen werden im Kampf ausgebildet und in den feministischen Idealen der kurdischen Frauenbewegung aufgeklärt. Hala ist von diesen Lehren zutiefst inspiriert und widmet sich entschlossen dem Versprechen, nicht nur mehr Frauen, sondern auch ihre Schwestern um jeden Preis zu befreien. Doch gibt es in Halas Leben noch Platz für Freiheit und sogar Liebe, wenn ihre Mission alles vereinnahmt?

THE OTHER SIDE OF THE RIVER schildert den entschlossenen, revolutionären Weg von Hala und beleuchtet gleichzeitig eine andere, parallele Lebenserfahrung: die eigenen Reflexionen der Regisseurin über das Dasein als Feministin und kulturelle Außenseiterin in einer Situation, in der der Begriff „militanter Feminismus“ durchaus wörtlich verstanden werden könnte.

BORGA | Mittwoch, 26.10. | 20:00 | inkl. Häppchen + Konzert

Genre: Drama
Deutschland, Ghana, 2021
Laufzeit: 104 Min.
Sprache: Tiwi, Deutsch, Englisch mit deutschen Untertiteln
Regie: York-Fabian Raabe
FSK: 12
Tickets

Die beiden Brüder Kojo und Yoofi wachsen auf der Elektroschrottdeponie Agbogbloshi auf, die sich in Ghanas Hauptstadt Accra befindet. Um zu überleben, verbrennen sie westliche elektronische Geräte, aus denen sie wertvolle Metalle extrahieren.

Kojo ist ein zweitgeborener Sohn, der die Anerkennung und den Respekt seines Vaters gewinnen will. Eines Tages lernt Kojo einen Borga aus Deutschland kennen. Sein Traum, dorthin zu gehen, ist geboren. 10 Jahre später lässt er seine Familie zurück, um sich seinen Traum zu erfüllen,  selber ein Borga zu werden. Als er nach einer fünfjährigen Odyssee durch die Kontinente in Deutschland ankommt, merkt er schnell, dass er einem Mythos nachgejagt ist. Deutschland empfängt ihn nicht mit offenen Armen. Aber zurückgehen ist keine Option!

Zutiefst beschämt von der Vorstellung nach Hause zurückzukehren, ohne es im Ausland geschafft zu haben, versucht er das Bild des wohlhabenden Borga aus Deutschland aufrechterhalten.

Life on the border Donnerstag, 27.10. | 13:30 | offene Schulaufführung (ab 6 Jahre, 67 Min.)

Dokumentarfilm
Regie: Mahmod Ahmad/Ronahl Ezzadin/Samel Hossein/Delovan Kekha/Hazem Khodelde/Diar Omar/Zohour Saeid
Irak/Syrien, 2015
Länge: 67 Min.
Sprache: Originalsprache mit Voice-Over in Deutsch
FSK: ab 6

Der Film „Life on the border“ präsentiert sieben Kurzfilme von Kindern und Jugendlichen, die in den Flüchtlingslagern im Norden Syriens und des Irak Unterschlupf vor Krieg und Gewalt gefunden haben. Das Projekt wurde von dem kurdisch-iranischen Regisseur Bahman Ghobadi umgesetzt.

Unter der fachkundigen Anleitung des Regisseurs bekamen sieben Kinder aus den Flüchtlingslagern in Kobanê und Sindschar die Möglichkeit, mit eigenen filmischen Ideen von sich und ihren Erlebnissen zu erzählen. Abseits der täglichen Berichterstattung gewähren die jungen Filmemacher*Innen so einen seltenen, unmittelbaren und authentischen Einblick in ihr Leben und ihre Erfahrungen. Mal ungeschönt dokumentarisch dann wieder voller Poesie erzählen sie ihre Geschichten in Bildern, die jeder gesehen haben sollte. Sie berichten von ihren Erfahrungen mit dem sogenannten Islamischen Staat und zeigen das harte Leben des Campalltags, aber auch ihre Traditionen und Musik. Voller Liebe für die Menschen, die sie verloren haben und die, die noch an ihrer Seite sind. Eine einmalige und wichtige Chance, das Leben der Menschen auf der Flucht mit ihren eigenen Augen zu sehen und verstehen zu können.

Ballade von der der weißen Kuh | Donnerstag, 27.10. | 20:00 | inkl. Konzert

Genre: Drama
Originaltitel: GHASIDEYEH GAVE SEFID / BALLAD OF A WHITE COW
Iran, Frankreich, 2021
Laufzeit: 105 Min.
Sprache: Persisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Behtash Sanaeeha, Maryam Moghaddam
FSK: 12
Tickets

Ihrer kleinen Tochter erzählt Mina, dass der Papa weit weg wäre. In Wirklichkeit wurde er hingerichtet. Ein Jahr nach seinem Tod erfährt Mina, dass ihr Mann unschuldig war. Die Behörden stellen ihr eine finanzielle Entschädigung in Aussicht, doch Mina nimmt den Kampf gegen ein menschenverachtendes System auf und fordert mehr als nur materielle Wiedergutmachung. Eines Tages begegnet Mina einem Freund ihres Mannes, der eine alte Schuld begleichen will. Mina lässt ihn in ihr Leben, ohne sein Geheimnis zu kennen.

Der Berlinale-Wettbewerbsfilm erzählt eindringlich und in meisterlichen Bildkompositionen von den Folgen eines fatalen Justizirrtums. Mit großer Intensität und starkem Spiel beeindruckt Regisseurin Maryam Moghaddam als Mina, die mutig ihren Weg geht und die Frage nach moralischer und gesellschaftlicher Schuld aufwirft. „Ballade von der weißen Kuh“ ist großes iranisches Kino, das tief berührt.

 

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Chudoscnik Sunergia mit
  

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