fiGUMA 2026

Une Tribu Collectif (BE): La Brèche

Doppelabend
  • Figurentheater
fiGUMA 2026 Une Tribu Collectif

Nach dem Tod ihrer Großmutter beschließt ein kleines Puppenmädchen, dass sie sich am Ende der Vorstellung nicht einfach in eine Kiste legen lassen wird. Sie weigert sich, das Ende zu akzeptieren – sei es der Abspann eines Films, das Klingeln zur Pause, der Sonntagabend oder das Ende der Sommerferien. Die Zeit vergeht. Als Biologin ist sie fasziniert von der unsterblichen Qualle Turritopsis nutricula und vertieft sich in ihre Forschung, um ihrem eigenen Schicksal zu entkommen.
Dieses Stück ist Teil eines Doppelabends. Im Anschluss findet die Vorführung „Magic Butter Show“ von Flunker Produktionen statt.
In französischer Sprache mit deutschen Untertiteln | 60 min. | ab 14 Jahre

Wo ist der Tod heute? Unsere Gesellschaften scheinen ihn an den Rand gedrängt zu haben – umgeben von Bildern von Katastrophen, Gewalt und weit entfernten Verlusten. Der Tod ist überall präsent, aber nur selten als etwas, das uns selbst betrifft. Wir denken nicht über ihn nach, wir sprechen ihn nicht aus. Doch ist dieses Verdrängen nicht irgendwann problematisch?

Mit „La Brèche“ widmet sich Une Tribu dieser Frage durch das Medium Figurentheater. Die Puppe – ein unbelebtes Objekt, dem wir Leben zuschreiben – bewegt sich ständig zwischen dem Lebendigen und dem Toten. Das Collectif erzählt die Geschichte einer Puppe, die sich gegen den ihr vorgezeichneten Weg auflehnt, ihr eigenes Dasein neu schreibt und schließlich die unendlichen Möglichkeiten entdeckt, indem sie ihre Natur als Puppe akzeptiert. Mit zartem Humor und visueller Poesie verwandelt sie die Vorstellung in ein gemeinsames Abenteuer – in Tanz, einen innigen Moment der Begegnung und in ein Lied. Eine kleine und zugleich universelle Reise, in der jede Bewegung und jeder Atemzug die Frage nach der vergehenden Zeit und unserem Umgang mit ihr lebendig werden lässt.

Statt einer theoretischen Auseinandersetzung entwickeln die Künstler:innen eine einfache, fast naive Erzählung, in der starke Bilder und die besondere Mehrdeutigkeit des Puppenspiels einen Raum für eine sensible Reflexion schaffen. Indem die Inszenierung diese Zwischenräume zwischen zwei Welten erkundet, lädt sie zu einer Reise ein, die alle Menschen berührt: persönlich und zugleich universell, zwischen zartem Humor und visueller Poesie.

 

Besetzung

Regie: Noémie Vincart und Michel Villée (sowie Natacha Belova bei der ersten Fassung)
Spiel und Gesang: Ninon Perez und Liane Van de Putte
Text: Michel Villée
Musikalische Komposition und Sounddesign: Alice Hebborn und Thomas Giry
Lichtgestaltung: Caspar Langhoffµ
Bau der Puppen: Natacha Belova und Anaëlle Impe
Bühnenbild: Natacha Belova und Caspar Langhoff
Bühnenbau: Guy Carbonnelle und Valentin Périlleux
Kostüme: Rita Belova und Sylvie Thévenard
Dramaturgische Begleitung und Außenblick: Anaëlle Impe und Marion Lory
Regieassistenz: Rita Belova und Adèle Lacrampe-Peyroutet (Lou Hebborn, Fanny Swysen und Vanda Tollas bei der ersten Fassung)
Künstlerische Beratung (erste Fassung): Didier De Neck, Sarah Hebborn, Daniel Schmitz und Alana Osbourne
Produktion und Vertrieb: Meryl Moens, Michel Van Slijpe – MoDul
Produktion: Une Tribu Collectif ASBL und MoDul ASBL
Koproduktionen: Le 140, Pierre de Lune, Festival Mondial des Théâtres de Marionnettes (Charleville-Mézières, Frankreich), La Coop ASBL und Shelter Prod
Unterstützung: Fédération Wallonie-Bruxelles, taxshelter.be, ING sowie das Tax-Shelter-Programm der belgischen Föderalregierung
Mit Unterstützung von: Théâtre de Galafronie, Tas de Sable – Ches Panses Vertes (Amiens, Frankreich), Centre Culturel de Beauraing, Centre Culturel La Vénerie de Watermael-Boitsfort und Théâtre Le Boson
Bildnachweis: Kharim Saidi

Details
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